SVS ist nun ein reiner Fußballverein

Der Sportverein Schopfheim hat seine Fußball-Abteilung sowie alle anderen – zuletzt nur noch auf dem Papier existierenden – Abteilungen stillgelegt und vereint die Vereinsgeschäfte nun unter einem Vorstand, der im gleichen Zug auch neu gewählt wurde. Tessy Reda und Sebastian Reif führen den SVS fortan als Duo, unterstützt von einem neu zusammengesetzten Team. Diese wegweisenden Entscheidungen trafen die Mitglieder der Fußballabteilung und des Hauptvereins bei zwei aufeinanderfolgenden Hauptversammlungen am vergangenen Freitag.

Rückblick: Die Fußballer zogen bei ihrer Hauptversammlung eine sportlich recht durchwachsene Bilanz, so der Sportliche Leiter Jörg Nägelin. Mit dem im Winter verpflichteten Wunschtrainer Angelo Cascio sei man aber gut aufgestellt für die Zukunft. „Wir haben den Anspruch, vorne mitzuspielen“, so Nägelin über die Ambitionen der ersten Herrenmannschaft in der Kreisliga A West. Im Jugendbereich unterhält der SVS bekanntlich eine Spielgemeinschaft mit dem FV Fahrnau. Probleme gebe es hier vor allem im Bereich der älteren Jugendlichen – den Vereinen wird es voraussichtlich nicht gelingen, eine A-Jugend zu stellen. „In diesem Alter“, so Andreas Gsell, „gehen die Jugendlichen lieber in die Muckibuden als zum Kicken.“ In den übrigen Bereichen laufe es allerdings vorbildlich. Schriftführerin Silvia Brüderlin zog aus Vereinssicht eine positive Bilanz und erwähnte die wesentlichen Stationen und Veranstaltungen im zurückliegenden Jahr. Vor allem der Vatertagshock habe sich zur echten „SVS-Veranstaltung“ entwickelt.

Neue Struktur: Es sei eine „richtige und wichtige Entscheidung“, erklärte Andreas Gsell, Vorsitzender der Fußballabteilung, bei seiner Abschiedsrede als Abteilungsleiter. Er werde den Verein „weiterhin nach Kräften unterstützen und treu bleiben“. Gleichzeitig sei er „froh, dass andere Verantwortung übernehmen“. Innerhalb des Vereins mit der Umstrukturierung wichtige Entscheidungsprozesse vereinfacht werden. Bislang gab es den Hauptverein mit seinem dreiköpfigen Vorstand um Tessy Reda, Kassierer Jürgen Lauber und Schriftführer Dietmar Matt. Die einzelnen Abteilungen des SVS unterhielten ihre Geschäfte selbst mit einem eigenen Vorstandsteam. Zuletzt war das allerdings nur noch in der Fußballabteilung der Fall – alle anderen Abteilungen des Sportvereins hatten sich selbstständig gemacht. Die Doppelstruktur, so war bereits in der Hauptversammlung 2023 angekündigt worden, mache vieles kompliziert. Und so wurden in den zurückliegenden Monaten die Weichen für die geplante Verschlankung gestellt. Formell wurde der Vorstand der 458 Mitglieder umfassenden Fußballabteilung am Freitag entlastet und nicht wiedergewählt, die Abteilung wurde damit stillgelegt, um die Organisation des Fußballbetriebs kümmert sich fortan ein erweiterter Vorstand des Hauptvereins. „Die Anpassung der Struktur ist nötig“, erklärte der alte und neue SVS-Vorsitzende Tessy Reda. „Das ermöglicht es, schneller und transparenter zu entscheiden. Und unseren Mitgliedern ermöglicht es mehr aktive Teilhabe.“ Neue Arbeitsgruppen sollen sich um Bereiche wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Jugendentwicklung und auch um den Betrieb im Sportheim kümmern. Die von den Mitgliedern einstimmig getroffene Entscheidung bedeutet auch, dass der SV Schopfheim seine bisher noch existierenden Abteilungen Leichtathletik, Volleyball und Boxen in den jeweiligen Verbänden abmeldet. Dadurch spart sich der Verein Verwaltungsaufwand und Teilnahmegebühren. Tessy Reda machte deutlich, dass der Aufbruch in die Zukunft für den Verein trotz der nun schlankeren Struktur kein Selbstläufer wird: „Wir brauchen jede helfende Hand“, so der Vorsitzende. „Ausruhen geht nicht.“

Personalien: Dem neuen Vorstand gehören Tesfaldet „Tessy“ Reda und Sebastian Reif als Vorsitzende an. Kassierer bleibt Jürgen Lauber, Schriftführer Dietmar Matt schied aus, sein Posten bleibt vorerst vakant. Zur Wahl standen zudem vier Beisitzer, die sich fortan um verschiedene Aufgabenbereiche kümmern werden: Maik Hohler, Mathias Levante, Pamela Ibele und Nicolai Kapitz. Als Kassenprüfer gehören außerdem Domenico Garozzo und Fabiano Rovito dem Vorstand an. Neu ist der sogenannte Ehrenrat. Seine Mitglieder sind Andreas Gsell, Jürgen Hauser und Barbara Sandvoß.

Vandalismus: Als eines der größten Probleme im vergangenen Jahr bezeichnete Andreas Gsell den Vandalismus im Oberfeldstadion, vor allem rund um das Sportheim und auf dem Kunstrasen. „Es ist unwahrscheinlich, was wir hier erleben. Hunde, die den Elfmeterpunkt vom Kunstrasen wegfressen. Zuletzt wurde eines der Tore zerstört. Dazu kommen Graffiti-Schmierereien und zerstörte Möbel“, so Gsell, der sich ebenso wie Tessy Reda in diesem Punkt an den anwesenden Bürgermeister Dirk Harscher wandte: „Die einzige Lösung ist, dass wir das Gelände absperren. Dieser Zustand ist nicht haltbar.“ Der Bürgermeister versprach, sich mit den Verantwortlichen bald zusammenzusetzen und an zeitnahen und effektiven Lösungen zu arbeiten.

Kunstrasen: Der SV Schopfheim trat während der Hauptversammlung erneut an Bürgermeister Dirk Harscher mit der Bitte heran, den in die Jahre gekommenen Kunstrasenplatz im Oberfeldstadion bald zu sanieren. Der Platz hat mehrere Mängel, es gibt zahlreiche Unebenheiten, teilweise fehlt der Rasenbelag, die Drainage ist nicht mehr voll funktionstüchtig. Größtes Problem ist aber das beim Bau des Platzes im Jahr 2012 verwendete Gummigranulat inzwischen verboten wurde. Die Zeit drängt, der SVS muss den Platz künftig mit Korkgranulat bestreuen. „Der Kunstrasen schwächelt“, so Andreas Gsell. „Da muss schnell etwas passieren.“

Ehrungen: Bei der Hauptversammlung gab es natürlich auch zahlreiche Ehrungen. So wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft Ernes Barnet, Fritz Trefzger, Heiko Hofmann, Jan Seger, Jörg Nägelin, Stefan Gramespacher, Matthias Schweizer, Jürgen Bähr, Wiltrud Walkenhorst, Benjamin Fuchs, Felix Lay, Dominic Seehöfer und Marga Korloch ausgezeichnet, für 40 Jahre Bernd Itzin, Irene Leib, Lars-Oliver Nägelin, Uwe Schlachter, Erika Winkelmann, Erika Metzger und Stefan Müller, für 50 Jahre Drago Ropic, Arno Asal und Peter Wenk. Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden Erich Frey, Willi Jakob und Otto Weiß sowie der ausscheidende Schriftführer Dietmar Matt.

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